In der Nachfolge starker Frauen: Ein Portrait über Marie-Jules Mimbang, Kandidatin für den Münchner Migrationsbeirat

Mit acht Sprachen, stilsicherer Präsenz und klarer Vision: Wie eine engagierte Integrationsberaterin nachhaltige Brücken zwischen Menschen mit Migrationsgeschichte und der einheimischen Stadtgesellschaft schlägt.

„Vielfalt ist unsere Stärke – gemeinsam gestalten wir München“ – dieses Credo ist für Marie-Jules Mimbang kein bloßer Slogan. Es ist eine Erkenntnis, die sich aus ihrer eigenen Biografie als Grenzgängerin zwischen unterschiedlichen Kulturwelten speist. Dieser Werdegang hat sie zu einer schillernden Persönlichkeit werden lassen, die schon länger meine Neugier geweckt hatte. Hinzu kommt, dass ich auf eine ähnlich internationale Biografie zurückblicke, wenn auch nicht auf eine interkontinentale und uns eine tiefe Verwurzelung in der Lombardei verbindet. Durch unser gemeinsames Engagement für die SPD, für eine paritätische Stadtgesellschaft und ihre aktuelle Kandidatur für den Migrationsbeirat habe ich nun erste Einblicke in ihren schillernden Background erhalten:

Ihr Lebensweg führte sie 2010 nach München, wo die zweifache Mutter heute als Integrationsberaterin arbeitet. Dass sie nun für den Migrationsbeirat der Landeshauptstadt München kandidiert, ist die folgerichtige Entscheidung einer engagierten Mitbürgerin, die unserer Stadtgesellschaft, wie sie es selbst ausdrückt, „etwas zurückgeben möchte“. Mit ihrem biografischen Hintergrund weiß sie nur zu gut um die Herausforderungen und Nöte von Migrantinnen und Migrannten und möchte deren Stimme politisches Gewicht verleihen.

Seit 16 Jahren ist München Jules Lebensmittelpunkt. Seit fünf Jahren gilt das insbesondere für die Messestadt Riem (Messestadt Ost) im Bezirk Trudering-Riem. Dieses international geprägte Viertel steht für sie sinnbildlich für die Utopie eines solidarischen Münchens, in dem Herkunft keine Grenzen setzt, sondern Brücken baut. Genau hier sieht sie jedoch auch klare Aufgaben, die sie anpacken will:

  • bessere Bildungschancen für Kinder, sichere Freizeitorte für Jugendliche, mehr Unterstützung für Familien, die Förderung des Ehrenamts und ein konsequentes Eintreten gegen Rassismus.

    Marie-Jules Mimbangs Ziel ist ein Stadtviertel, das von Respekt und aktiver Beteiligung lebt und dessen Anliegen kraftvoll in der Stadtpolitik vertreten werden.

Empathie, Kompetenz und acht Sprachen

Als Migrantin und schwarze Frau kennt Marie-Jules Mimbang gesellschaftliche Barrieren, Diskriminierung und strukturelle Benachteiligungen aus eigener Erfahrung. Doch ihr Blick ist nach vorn gerichtet: Sie fokussiert sich auf die Chancen, die entstehen, wenn Menschen Vertrauen erfahren. In ihrer täglichen Arbeit und als Aktivistin für Demokratieförderung befähigt sie andere dazu, ihre Potenziale voll zu entfalten.

Ihre Superkraft im interkulturellen Dialog? Sie spricht acht Sprachen. Diese immense sprachliche Flexibilität erlaubt es ihr, unterschiedlichste Gemeinschaften abzuholen, bürokratische oder emotionale Hürden abzubauen und nachhaltige Brücken zur einheimischen Mehrheitsgesellschaft zu schlagen.

Kultur als politischer Hebel

Ihr Engagement geht weit über den Schreibtisch hinaus und beginnt auch längst nicht erst jetzt, mit der Kandidatur für den Migrationsbeirat! Bereits seit Jahren ist sie eine feste und treibende Kraft in der Münchner Vereins- und Kulturszene:

  • MORGEN e. V.: Im Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen setzt sie sich aktiv für strukturelle und gesellschaftliche Teilhabe ein.
  • Frauen, Kunst und Politik (FKP): Hier liegt ihr Fokus auf der gezielten Förderung und dem Empowerment von Frauen mit Migrationsgeschichte.
  • ausARTen-Kollektiv: Als Kuratorin initiierte sie im Rahmen des Festivals die vielbeachtete Fotoausstellung „The Queens“. Das Projekt porträtiert schwarze Frauen aus München, macht ihre Geschichten sichtbar und rückt ihren wertvollen Beitrag für das Stadtbild unübersehbar ins Rampenlicht.

Das Ziel: Ein München auf Augenhöhe für alle

Für Marie-Jules Mimbang schließt sich mit der Kandidatur für den Migrationsbeirat ein Kreis. Sie betrachtet dieses Gremium als das entscheidende Bindeglied, um die vielschichtigen Perspektiven der Einwanderungsgesellschaft direkt in den Münchner Stadtrat und die Stadtverwaltung einzubringen. Ihr Ziel im Beirat ist klar definiert: Hürden abbauen, Antidiskriminierung konsequent vorantreiben und dafür sorgen, dass München eine gerechte Heimat für alle bleibt – getragen von dem festen Glauben daran, dass Vielfalt der größte Reichtum der Stadt ist.

Persönlicher Eindruck: Eine starke Stimme mit Geschichte

Marie-Jules „Jules“ Mimbang ist eine Erscheinung. Sie verbindet eine einnehmende Attraktivität mit einem ausgeprägten Sinn für Stil. Doch so sehr ihr Äußeres im ersten Moment ins Auge sticht, so sehr fesselt in der persönlichen Begegnung vor allem die Stärke, die sie ausstrahlt – eine Stärke, die nicht von ungefähr kommt. Vielmehr ist sie tief in einer Familienchronik starker, hochgradig kultivierter Frauen verwurzelt: Bereits ihre Urgroßmutter engagierte sich in Kamerun aktiv für Frauenrechte. Damit steht Jules in der Nachfolge einer Linie von eigenständigen Frauen, die – einerseits verheiratet – andererseits allesamt ein eigenständiges Berufsleben führten respektive führen. Diese selbstbewusste Frauenlinie bis hin zu Jules kontrastiert eindrucksvoll das Klischee der unterdrückten und unterentwickelten Afrikanerin, das hierzulande in vielen Köpfen noch immer herumspukt. Daher hoffe ich, Jules noch für weitere Beiträge interviewen zu können, um tiefer in diese faszinierende Familienchronik einzutauchen.

Jetzt aber drücke ich ihr erst einmal fest die Daumen für ihre Kandidatur. Schließlich hat sie bereits in Italien als Studentin mit Migrationshintergrund ihre Qualitäten als politisch erfolgreiche, kluge und ideenreiche Macherin bewiesen – eine weitere bemerkenswerte Episode aus ihrem so vielfältigen Leben, die es noch aufzublättern gilt.