Heimkehr, zwischen Idylle, Gentrifizierung und malerischem Verfall…🤔
Es muss wohl am Alter liegen, dass ich mir etwas verloren an dem italienischen Ort vorkomme, an dem ich meine gesamte Jugend verbracht habe, in einem malerischen, kleinen Dorf unweit des Lago Maggiore. 🧱
„Malerisch“ jedoch bedeutet in vielerlei Hinsicht auch „tote Hose“. Daran hat sich im Abstand von 50 Jahren – so lange war ich nicht mehr für länger hier- offensichtlich nichts geändert, zumindest nicht im Leerlauf von Sonntagen. ✖️
Verwirrend mutet diese Mischung an, aus einerseits zutiefst vertrauten Momenten, in denen es mir vorkommt, als hätte ich meine alte Heimat keinen Tag verlassen, um dann andererseits intensiv zu fremdeln, mit dem fortschreitenden Verfall der ruralen Struktur und der grassierenden Gentrifizierung, die den kleinen See meiner Teenie-Sommer, der einst allen offen stand, in eine Art Tegernsee in Miniatur verwandelt hat, wo sich teure Privatgrundstücke an abgesperrte Strandbäder reihen, einmal Sonnenschirm mit zwei Liegen für schlappe €25,- pro Tag‼️
Mein Italien, das sind noch immer die engen verwinkelten Dorfgassen, durch die Fuhrwerke jeglicher Machart mit Affenzahn brettern – Rette sich, wer kann‼️, der Singsang der Sprache, in die ich mich gleich wieder eingependelt habe, der Stillstand schwül träger Nachmittage ebenso, wie die endlos lange Abenddämmerung voller gefrässiger Mücken und Glühwürmchen, begleitet vom Aufheulen testosteroniger Motoren. Doch schallen inzwischen nicht mehr die Hits der Cantautori aus den Musikboxen der Strandkioske, sondern Techno-Beats aus der PM irgendwelcher Strandclubs – Wenn nicht gerade Sonntag ist…⏳️
Ich war im Exil und bin alt zurückgekehrt, in eine Transitzone, irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft…🎈
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