„Wangenkuss für eine Sekunde Schwindel…“ – Als hätte sie mir in einem verstohlenen Moment meines Lebens unsichtbar über die Schulter geschaut – so ertappt fühlte ich mich von der Verfasserin dieses Haikus, Ilse Jacobson.


Neben den Exponaten #abstrakt #acryl #mischtechnik von Walter Franzen
bemerkenswert sein interdisziplinäres Buchprojekt mit Haiku-Dichterin Ilse Jacobson
Doch hinter dieser Übereinstimmung fremden und eigenen Erlebens verbarg sich weder Mystik – eigentlich schade – noch der bloße Zufall. Vielmehr schaffen bildende Kunst, Dichtung und bildlastige Prosa von Natur aus einen weiten interpretatorischen Spielraum. Dieser lässt eine Vielfalt individueller Sichtweisen nicht nur zu, sondern fordert sie geradezu heraus.
Daher nutze ich Kunst liebend gerne als Impulsgeberin für die Selbstreflexion – und fühle mich im Spannungsfeld zwischen dem Kunstwerk und meinen Reaktionen inspirativ stets reichlich belohnt.

Worin genau diese Belohnung besteht, weiß ich selbst nicht in Worte zu fassen, aber ich verlasse Kunstereignisse stets mit einem Gefühl wohligster Erschöpfung.
Für die ARTMUC gilt das insbesondere, weil sie inzwischen mit zwei Terminen jährlich fest in meiner Kulturagenda verankert ist.
Doch ich instrumentalisiere die Betrachtung der Exponate nicht einseitig zur egozentrischen Nabelschau: Auch der Auseinandersetzung mit den Künstlerinnen und Künstlern selbst, mit deren Werdegang, Techniken und Beweggründen gewinne ich viel ab. Es ist die heilsame Frage: Was gibt es sonst noch auf der Welt, außer dass sie um mein eigenes Erleben kreist? Verbunden mit der gängigen und doch immer wieder neu faszinierenden Erkenntnis: Unglaublich viel!
Um gleich damit anzufangen: Mit der Einordnung meiner Heimat als hoffnungslos provinziell war ich vielleicht ein wenig undifferenziert. Denn der – im besten Sinne – Paradiesvogel im Video und auf den nachfolgenden Bildern stammt aus einem der Nachbarorte am Lago Maggiore und hat es inzwischen bis zur Art Basel Miami Beach geschafft!
Sein Outfit mag baiuwarisch angehaucht anmuten, der Stil in Richtung Streetart gehen, doch seine Körpersprache ist ausgesprochen italienisch geblieben 😉 – wie unschwer im obigen Video zu erkennen ist, in dem er Lena seine Maltechnik erläutert. Ihr Gesicht auf dem nächsten Foto zeigt den für sie typischen „ARTMUC“-Ausdruck: Verzückung pur.


Francesco Neo Streetart > https://www.francesconeo.art/
Wie bei „Kindern im Spielzeugladen“ wirkt die Mimik von Lena Zöllner und mir auf dem nächsten Foto, während wir uns nun schon zum zweiten Mal gemeinsam durch die ARTMUC haben treiben lassen. Nur wenige Stände haben wir gezielt angesteuert – ganz in der Zuversicht, die Vorsehung werde uns schon an die richtigen Orte führen. Da nach meiner Kunstauffassung „richtig“ für unendlich viele Möglichkeiten steht, konnte die Vorsehung gar nicht scheitern 😉

Manches war wieder einmal herrlichstes „Kitsch as Kitsch can“ – so herrlich übertrieben, dass der Kitsch schon wieder zu einem echten Best-of wurde. Andere Werke bestachen durch ihre Farbigkeit oder ausgefallene Materialien, durch Nostalgie, Melancholie, Zauber sowie sozialkritische Perspektiven oder überraschten durch eine kuriose Umsetzung.
Nur sehr sporadisch fand ich dazwischen ein paar Exponate aus der einzigen Kategorie, die ich unerträglich finde: biederes Mittelmaß, fabriziert im Bestreben, wirklich seriöse Kunst zu produzieren.

Weitere Momentaufnahmen der Messe, aus Lena Zöllners Perspektive





Bei jeder ARTMUC zieht es Lena an den Stand ihrer Landsmännin, der ukrainischen Künstlerin Nataliia Muzychenko (MUZY)

„Nataliia hat mit 4Jahren! schon angefangen mit der Tusche die japanischen Zeichnungen zu malen. Ihr Vater besaß alte japanische Bücher. Die hat Nataliia schon als Kind leidenschaftlich studiert.
Ich kann stundenlang vor ihren Bildern stehen und mir die kleinen feinen Details anschauen. (…)“Zitat Lena, links auf dem Foto mit Nataliia


Und apropos „Dackel“: Die beliebte Hunderasse erfreute sich auf der aktuellen ARTMUC großer Beliebtheit. Gleich mehrere KünstlerInnen hatten ihre Exemplare mitgebracht und die Künstlerin Lisa Guzzon/mindful.art.lab (auf dem nächsten Foto zwischen Lena und mir) hatte ihnen gleich eine ganze Ausstellungswand gewidmet:


München aus der Dackelperspektive.
Ich finde die Motive hinreißend, phantasievoll und die Szenen und Kommentare voller Pep!

Auf nachfolgendem Foto stehe ich vor den Exponaten aus dem Roberta Karam Kunstbüro, das Kunst aus Brasilien vertritt > LINK
Mit der farbintensiven „Acrylic Art by Stefania Jantouris Autering“ haben Lena und ich bereits Rendezvous im Atelier in Planung!


Und last, but not least gab es ein erstes Treffen in der realen Welt mit einem langjährigen Facebook-Freund: Günter Maria Bregulla.
Zwar stellte der Journalist, Autor und Künstler diesmal nicht selbst aus, unterstützte aber seine Kollegin, die schillernde Anna Rubin.


Die geborene Moskauerin entpuppte sich als ausgesprochene Kosmopolitin. Nach Stationen in Deutschland und Australien hat sie sich inzwischen in Florenz niedergelassen, das für sie seitjeher der Inbegriff der Schönen Künste und eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration ist. Da wundert es nicht, dass sie dort im März 2026 ihr 20-jähriges Jubiläum als Künstlerin mit der Ausstellung „Storie fiorentine“ beging. Auch die Location kam einem Ritterschlag gleich: die altehrwürdige Accademia delle Arti del Disegno – die älteste Kunstakademie der Welt, gegründet 1563 von Cosimo I. de’ Medici!
Neben Florenz arbeitet und stellt Anna Rubin zudem an der französischen Riviera sowie in Monaco aus.
In ihren Fine-Art-Gemälden zelebriert Anna die Schönheit durch Stillleben, die von bedeutungsvollen Kompositionen antiker und moderner Objekte erzählen.
Darüber hinaus schafft sie faszinierende figurative Kunstwerke. Ihre realistischen Gemälde stehen für Eleganz, Kultur und die feinen Dinge des Lebens.Zitat: Homepage http://www.annarubin.com
Es ließe sich noch endlos viel von dieser Messen und den Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Couleur berichten, die diese Ausgabe mit ihren Schöpfungen belebt haben.


Aber nach der Show ist auch schon wieder vor der Show:
Die größte Kunstmesse Bayerns, die ARTMUC Kunstmesse, findet im Jahr 2027 zu folgenden Terminen statt:
- Frühlingsausgabe: Donnerstag, 06. Mai bis Sonntag, 09. Mai 2027
- Herbstausgabe: Freitag, 22. Oktober bis Sonntag, 24. Oktober 2027
Veranstaltungsort sind wie gewohnt die MTC Locations (Ingolstädter Str. 45)


Links Raiko Schwalbe, der Schöpfer und Leiter der ARTMUC mit Gaby dos Santos
Rechts Lena Zöllner, von der die meisten Fotos stammen und auch das geniale Selfie-Titelbild
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