Inklusives Theater-Highlight 2026: Die Freie Bühne München feiert am 9.10./20h Brecht-Premiere mit „Der gute Mensch von Sezuan“ in der Pasinger Fabrik
(…) „Die Freie Bühne München (FBM) bringt mit „Der gute Mensch von Sezuan“ einen der bedeutendsten Theaterklassiker des 20. Jahrhunderts in einer eindringlichen Inszenierung von Sascha Fersch auf die Bühne. Mit dem mixed-abled Ensemble entsteht ein poetischer wie kraftvoller Theaterabend über Menschlichkeit, Verantwortung und die zeitlose Frage, ob ein gutes Leben in einer ungerechten Welt überhaupt möglich ist. (…) > MEHR
Foto: Judith Buss
Die in der Inszenierung eingesetzte Mischung aus Schauspiel, Chor, Tanz, Videoprojektionen und eigens komponierter Musik verspricht zudem einmal mehr ein dichtes Theatererlebnis, wie es diese Bühne bereits seit seinen Anfängen auszeichnet. Die Besetzung des Ensembles durch Darstellerinnen und Darsteller mit und ohne Behinderung sorgt zudem für perspektivische Vielschichtigkeit und eine sehr persönliche inszenatorische Handschrift. Diese hat mich aus dem Stand fasziniert, als ich erstmals 2017 den Proben von „Milton’s Tower“ beiwohnte. Seitdem bin ich „angefixt“ und versäume keine der jährlichen Produktionen der FBM! In diesem Jahr kommt hinzu, dass ein Brecht-Stück gezeigt wird, für dessen innovatives Konzept eines „epischen Theaters“ ich schon im Gymnasium entflammt bin! Zudem wirft Brechts zeitlose Parabel eine Frage von brennender Aktualität auf:
Kann ein Mensch gut bleiben, wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse Güte kaum zulassen?
Als Sprecher (Ton-Einblendungen) konnte die FBM in diesem Jahr mit Filmstar Götz Otto einen veritablen Bond-Bösewicht gewinnen; eine mehr als kongeniale Besetzung in einem Stück, dass um die Moral von Gut und Böse kreist 😉
Die Schirmherrschaft übernimmt für diese Produktion Mona Fuchs, die frischgebackene zweite Bürgermeisterin der LH München
Über Jahre mitzuerleben, wie eine wünschenswerte Vision – die des gemeinschaftlichen Kunstschaffens von Menschen mit und ohne Behinderung – nicht nur Wirklichkeit wird, sondern auch stetig an Format gewinnt, tut gut und ist bitter nötig. Besonders in einer Zeit, in der ich angesichts der Nachrichten am liebsten nonstop den Weltenblues trällern würde.
Angelica Fell, künstlerische Gesamtleitung der FBM vor den neuen Räumlichkeiten im Kreativquartier mit Gaby dos Santos