…noch mehr Tore für Utopia – und ein Foul: Eindrücke des interkulturellen „Gemeinsam füreinander“ Cups 2026, einer Initiative der Polizei München

Dieses Turnier empfiehlt sich – vor und auf dem Spielfeld – all jenen MitbürgerInnen, die es bunt in unserer Stadt lieben!

Das Polizeipräsidium München veranstaltete am Donnerstag, 14.05.2026, bereits zum vierten Mal den „Gemeinsam Füreinander Cup“ auf der Bezirkssportanlage an der Agilolfingerstraße in München-Giesing.

Das interkulturelle Fußballturnier hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Begegnungsformat entwickelt und verfolgt das Ziel, Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religionen, Kulturen und gesellschaftlicher Hintergründe miteinander ins Gespräch zu bringen.

(…)
Am diesjährigen Turnier beteiligten sich unter anderem Mannschaften der Polizei München, der Staatsanwaltschaft München I, des Münchner Stadtrats (großes Foto u.), des Europäischen Patentamtes sowie der Stadtwerke München.

  • FOTO OBEN RECHTS: Das starke Team des FC Ukrajina; die Siegermannschaft von 2024, schaffte es 2026 immerhin wieder bis ins Halbfinale!
  • FOTO UNTEN RECHTS: Spieler der Geflüchteten-Einrichtung Bellevue di Monaco sorgten für orientalisches Picknick Flair, Teppich eingeschlossen

Darüber hinaus nahmen zahlreiche Einrichtungen und Organisationen teil, die sich in München für Integration, Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren, darunter die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern, der Muslimrat München e. V., Bellevue di Monaco (oberes Foto, rechts), die Europäische Janusz Korczak AkademieYouthBridge München sowie verschiedene Einrichtungen der Jugend- und Sozialhilfe.

Auch Mannschaften wie der Bananenflanke Rosenheim e. V., die Spielvereinigung Weitblick COMET Jugendhilfe e.V. oder das Team Sinti und Roma Madhouse machten deutlich, wie vielfältig das Teilnehmerfeld des Turniers war. (…)“

News.de – Polizeimeldungen – Ausschnittsweise Zitate

Den Anblick dieses kunterbunten Miteinanders lasse ich mir nach Möglichkeit nie entgehen, obwohl ich normalerweise ein ausgesprochener Fußball-Muffel bin. Aber bei diesem Cup ist nichts normal, im allerbesten Sinne, denn mit „der schönsten Nebensache der Welt“, dem Fußball, als gemeinsamen Nenner, gelingt es hier, Angehörige unterschiedlichster Couleur spielerisch zusammen zu bringen, die sonst nicht so ohne weiteres mit einander in Kontakt kämen, wie das Team der Polizei München, Initiatorin, seit 2023, des Turniers und die Geflüchteten der Bellevue di Monaco Einrichtung.

Obige Galerie, v.li.

Doch am Rande dieses Spielfelds, lernt man von und über einander, oft zum ersten Mal überhaupt! Vor allem aber entdeckt man Verbindendes…

Jedes Jahr erlebe ich, wie die ideellen Anliegen zu mehr Integration und Inklusion auf dem geerdeten Boden eines Spielfelds, zunehmend Kontur annehmen – und die Veranstaltungen den Charakter eines Familienausflugs mit hoher Schnullerdichte!


Eine Begegnung am Ende des Tages;

Zain begegnete mir auf dem Rückweg zur Bushaltestelle. Dabei erlebte ich einmal mehr jenen Respekt, den seine Kultur gegenüber älteren Menschen gebietet: Noch bevor er selbst trank, bot er mir sein Mineralwasser an, mit dem Hinweis, die Flasche sei noch unberührt. Auch solle ich ihn duzen; er hingegen dürfe das nicht, weil er erst 17 sei, erläuterte er mit großer Ernsthaftigkeit.

Mit zwei Brüdern sei er vor zwei Jahren aus Jordanien nach Bayern gekommen und werde bald eine Lehre als Koch in einem Nobelbetrieb am Chiemsee antreten. Auch seine Brüder absolvierten eine Ausbildung.

Weil er „soo gerne Fußball spielt“, war Zain extra aus Wasserburg angereist, als Spieler in einem der beiden Teams von Bellevue di Monaco.

Viele kleine Episoden wie diese, vor und auf dem Spielfeld belegen, dass sich, allen Schwarzsehereien zum Trotz, beileibe nicht alles zum Schlechteren entwickelt! Zumindest nicht in unserer Stadt! Schon gar nicht, wenn man die Entwicklung der Polizei München betrachtet, einst Handlanger des NS-Regimes, unter anderem bei der Verfolgung der Sinti und Roma, von der „Zigeunerzentrale“ in der Ettstraße aus, doch heutzutage hoch engagiert in Bezug auf historische Aufarbeitung und kulturpolitisches Engagement, mit exemplarischen Projekten, wie eben dem „Gemeinsam füreinander“-Cup!

Momentaufnahmen der Polizei München am Rand des Turniers, von links:
  • Kriminalkommissar Fabian Freese, Mitarbeiter im Präsidialbüro des Polizeipräsidiums München, verfügt über ein profundes Wissen zur Zeitgeschichte der Polizei München, die er in Vorträgen beleuchtet
  • Ein Polizist mit gnadenlos verschmustem Anhang, insbesondere Anton, der „Pelzkamerad“ in Weißbraun 😉
  • Kriminalhauptmeisterin Bianca Küper mit dem onmipräsenten Polizei-Maskottchen

Ebenfalls aus den Reihen der Polizei stammt eine Anekdote um das Fußball-Team von „Leben und Leben“ lassen. Dieser total entspannte Titel steht für eine Gruppe Exilperser. Hauptkommissar Harald Frießner, aus der Abteilung „Gegen Hasskriminalität“ beim bayerischen Landeskriminalamt (auf dem unteren, linken Foto, links) erzählte, dass die Ersten bereits Anfang der 1980er Jahre vor der Mullah-Diktatur nach München geflohen seien. Schon damals habe man miteinander gekickt, den Fußball also als integrierendes Tool eingesetzt… Daraus seien ein schöner Kontakt sowie dieses Team erwachsen, das nun schon bis in die dritte Generation Kicker reicht…

WIE unverzichtbar es tatsächlich noch immer ist, sich „Gemeinsam füreinander“ einzusetzen, bewies ein antiziganistischer Vorfall während des Turniers:

Ein solidarischer Schulterschluss, nach einem antiziganistischen Vorfall:
In der Mitte des Gruppenbilds Alexander Diepold, u.a. Chef von Madhouse KULTUR der Sinti & Roma📌
Rechts neben ihm Alvaro vom Management des jüdisch geprägten TSV Maccabi München e.V
Umringt werden sie von Kickern der Madhouse Mannschaft sowie deren Nachwuchspielern des „U3- Schnuller-Teams“😉

Ein Schiedsrichter hatte zunächst in auffallender Weise zu Ungunsten unserer Mannschaft von Madhouse KULTUR der Sinti & Roma entschieden, in Folge die Spieler in Bausch und Bogen disqualifiziert und schließlich auch noch mit dem „Z“-Wort beschimpft!⚡️Volle Solidarität hingegen erfuhren sie seitens der jüdischen Mannschaft des TSV Maccabi München e.V , auf deren Gelände auch das Madhouse-Team trainiert.

Für mich belegt dieser Vorfall, zu dessen Details und Folgen ich noch recherchiere, wie wichtig interkulturelle Begegnungen wie dieses Fußball-Turnier sind, selbst wenn – und gerade weil – sie Raum auch für rassistische Vorfälle bieten, denn solcherart Konfrontationen, so beklagenswert sie auch sein mögen, schärfen das gesellschaftspolitische Bewusstsein wider den Rassismus!

„Es darf dabei nicht vergessen werden, dass sich die Justiz, die Mannschaft der Staatsanwälte sowie die Polizei vollständig hinter unsere Mannschaft gestellt hat, ein echtes Zeichen gegen Hass und Hetze und ein Zeichen füreinander und miteinander. Wir können nur hoffen, dass Bayern München einen solchen Rassisten aus ihrer Schiedsrichterliga entfernt.“

Facebook-Kommentar von Alexander Diepold, Chef des soziokulturellen Zentrums Madhouse München und Erster Vorsitzender der Bundesvereinigung deutscher Sinti & Roma
Inmitten von Kickern und Angehörigen der Münchner Sinti Community:
Alexander Diepold, Chef des soziokulturellen Zentrums Madhouse München (2.v.li.) mit Hauptkommissar Harald Friesner vom LKA Bayern,

Ende gut, alles besser…

In Ermangelung einer fachkundigen Anleitung, waren die  Madhouse-Kicker in diesem Jahr gezwungen gewesen, untrainiert beim Turnier anzutreten, was verständlicherweise zu einem eher durchwachsenen Ergebnis im Ranking und entsprechendem Frust führte. Doch Hauptkommissar Harald Friesner (obiges Foto, Mitte) wird Abhilfe schaffen und künftig als ehrenamtlicher Fußball-Trainer der Sinti und Roma Truppe von Madhouse fungieren!

Zwischenmenschlich schöner kann sich das historisch belastete Verhältnis zwischen einer Opfergruppe und der deutschen Exekutive wohl kaum entfalten!

Persönlicher Kommentar von Gaby dos Santos, unteres Foto, Mitte

Ein wenig Schabernack muss sein! Also habe ich mir mit cooler Geste vorab gleich mal den Ersten Preis gekrallt, Kriminalhauptmeisterin Bianca Küper mit dem Zweiten Preis ausgezeichnet und die Chefin der Abteilung für Kriminalprävention, Kriminalkommissarin Andrea Föckl, mit dem Dritten Platz abgespeist…. 😉

„(…) Unterstützt wurde das Turnier durch den NS-Doku Förderverein, den Münchner Blaulicht e.V. , Sicher in München e. V., Polizisten Helfen e. V. sowie die Schiedsrichter des FC Bayern München.

Die Siegerehrung erfolgte im Anschluss an das Finalspiel durch den Vizepräsidenten des Polizeipräsidiums München, Christian Huber (Bildmitte) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Polizeivereine Sicher in München e. V. und Polizisten Helfen e. V. sowie einer Vertreterin des Werksviertel Mitte, die jedes Jahr den Preis für das Siegerteam stiften. (…)“

News.de – Polizeimeldungen – Ausschnittsweise Zitate

Mehr zum „Gemeinsam füreinander“ Cup im GdS-Blog


Weitere Informationen und Rückblicke der vergangenen Turniere >




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Veröffentlicht von Gaby dos Santos

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